Podiumsdiskussion am 30. 3. auf der Leipziger Buchmesse: Vorstellung des neuen Buches von Dr. Weßling

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Über 100 Zuhörerinnen und Zuhörer hatten sich am Sonntag (30. 3.) auf der Leipziger Buchmesse  im „Forum offene Gesellschaft“ eingefunden, um bei der Podiumsdiskussion dabei zu sein: Es ging um „Klima, Biodiversität und Wasser: Wie wir unsere Zukunft nachhaltig gestalten können“. Auf dem Podium saßen der Stormarner Chemiker, Naturforscher und Unternehmer Dr. Bernhard Weßling, nebenberuflich Investor und Mitgeschäftsführer im Kattendorfer Hof (Kattendorf und Neverstaven, Travenbrück), und die Vorständin des Vereins Viva con Agua, Hamburg; moderiert hat die Journalistin Ann-Sophie Henne.

Der Schwerpunkt der Diskussion lag auf dem Thema „Nachhaltigkeit“, das zugleich Kernthema in Weßlings neuem Buch ist. Er zeigte auf, dass der Begriff „Nachhaltigkeit“ bisher beliebig und inflationär verwendet wird: „Inzwischen ist ja schon alles nachhaltig geworden, einfach indem man einen Produkt ein ‚grünes‘ Mäntelchen umhängt.“ Er legt mit seinem Buch ein neuartiges Konzept vor, mit dem Nachhaltigkeit objektiv beurteilt, ja sogar gemessen werden kann. Auch wenn es sich für die meisten Menschen kompliziert und ungewohnt anhöre, es sei einfacher zu verstehen, als man denkt, sagt Dr. Weßling: „Wenn ein Produkt A weniger Entropie erzeugt als eine Alternative B, dann ist A nachhaltiger; noch nicht wirklich nachhaltig, aber nachhaltiger als B.“ In seinem Buch erklärt er Entropie sehr einfach und lebensnah, auf der Messe nur kurz und knapp: „Entropie ist minderwertige, nicht mehr nutzbare Energie, ‚Energieabfall‘, z. B. Wirkungsgradverluste, aber auch stoffliche Abfälle, denn Materie ist ja auch Energie.“

Ebenso sei der Verlust von Arten, die Zerstörung von Ökosystemen mit Entropieanstieg verknüpft, also auch nicht nachhaltig. Dem könne durch Renaturierung entgegengewirkt werden – Vernässung von Mooren und anderen Feuchtgebieten, Umwandlung von Monokulturforsten in naturnahe Mischwälder, das außerberufliche Tätigkeitsfeld des Naturforschers und Kranichschützers Weßling. Mindestens ebenso wichtig sei die Biolandwirtschaft – das nebenberufliche Tätigkeitsfeld des Buchautors. Im Buch wird nachprüfbar gezeigt, wie machtvoll die Natur und darunter auch biologisch bewirtschaftete Äcker und Weiden CO2 einfangen und tief im Boden langzeit-speichern können, wenn die Natur mit ihrer Artenvielfalt arbeiten gelassen wird. Technologische Maßnahmen wie DAC / CCS sind dagegen alles andere als nachhaltig, sondern tragen zur Zerstörung unserer Lebensgrundlagen bei.

Das Thema des Buches von Carolin Stüdemann, Viva con Agua („Die Zukunft unseres Wassers“) paßte insofern sehr gut, als Wasser die Grundlage allen Lebens ist, weshalb Weßling sich im Naturschutz schon immer für Wiedervernässung eingesetzt hat: „Kranichschutz ist niemals nur zum Schutz der Kraniche gedacht, sondern immer zum Schutz und zur Wiederherstellung vielfältiger Naturräume mit Feuchtgebieten darin.“ Auch hier wiederum Artenvielfalt und Klima in einem Atemzug.

Auch wenn der neue Ansatz von Weßling ungewohnt ist, so ist er im Buch einerseits sehr einfach verständlich erläutert und andererseits wissenschaftlich und mit Literatur sehr gut belegt. Das Buch wird am 8. Mai in Bargteheide in der Bargteheider Buchhandlung vorgestellt. (Weitere Termine werden rechtzeitig bekanntgegeben.) https://www.bernhard-wessling.com/zufall-2

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