Es ist ein kleines Wunder der Natur: kaum sind die Moorfrosch-Männchen bereit zur Paarung – färben sie sich verführerisch-blau, um die schönste Moorfrosch-Dame im Teich für sich zu gewinnen. In diesen Tagen haben unsere Amphibien-Expert*innen die ersten Exemplare mit der beeindruckend-blauen Farbe in den Teichen auf den Wiesen und Weiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein überall im Land entdeckt. „Der Frühling war in diesem Jahr zwar früh dran und hat uns mit sonnigen Tagen belohnt, für die Frösche, Kröten und Unken im Land war es nachts aber noch zu kalt“, erklärt Amphibien-Experte Hauke Drews. „Sie wachen erst aus der Winterstarre, wenn es mehrere Nächte in Folge nachts nicht mehr unter acht Grad kalt wird“, sagt er und ergänzt noch, dass die lange Trockenheit – fast acht Wochen hat es in Schleswig-Holstein nicht geregnet – auch zu dem verzögerten Aufbruch der Moorfrösche geführt habe. Deshalb sind sie erst in den vergangenen Tagen zu ihren Laichgewässern auf den Wiesen und Weiden der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – dem Stiftungsland – losgezogen. Dort angekommen färben sie sich blau und quaken um die hübschen Frosch-Single-Ladies. Während ihr Gesang in Menschenohren eher wie ein leises blubbern oder gurgeln klingt – „fast ein bisschen so, als würde man eine leere Flasche unter Wasser halten“, so Drews – kommt der Ton bei den Weibchen richtig gut an und die Paarungszeit beginnt.
Während sie zu Beginn der 90er Jahre noch auf der „Roten Liste 3“ standen und als gefährdet galten, haben sie von den zahlreichen Vernässungen der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein überall im Land profitiert und sind auf die Vorwarnliste hoch gerutscht. Eine erfreuliche Entwicklung, aber für Drews und sein Team trotzdem kein Grund die Hände nun in den Schoß zu legen. Das Amphibienteam der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein engagiert sich weiter für den Moorfrosch und seine nahen und entfernten Verwandten, wie Knoblauch-, Kreuz- und Wechselkröte, Kammmolch, Laubfrosch und Rotbauchunke. Sie alle haben unterschiedliche Bedürfnisse und Ansprüche an ihre Lebens- und Liebesräume. Doch die kennt kaum einer so gut wie der Biologe Hauke Drews.
In Schleswig-Holstein sind die Moorfrösche mittlerweile also wieder an vielen Stellen zu Hause, so beispielsweise im Dosenmoor bei Neumünster, in vielen Mooren in der Eider-Treene-Sorge-Niederung wie das Wilde Moor bei Schwabstedt und das Hartshoper Moor, aber auch im Dellstedter Birkwildmoor im Kreis Dithmarschen, im Großen Moor bei Dätgen im Keis Rendsburg-Eckernförde, im Jardelunder Moor und in der Oberen Altsterniederung, um nur einige zu nennen.
Auch wenn die Versuchung noch so groß ist, möchten wir alle Froschliebhaber*innen bitten in den genannten Mooren auf den Wegen zu bleiben und die Moorfrösche während der Paarungszeit nicht zu stören.